Bayerns Gesundheitsministerin zieht positive Bilanz nach Besuch in der Schweiz und Gespräch mit WHO-Chef
Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach hat zum Abschluss ihres Schweiz-Besuchs mehr internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen Krankheiten und gesundheitliche Folgen des Klimawandels gefordert. Gerlach betonte am Samstag nach einem Treffen mit dem Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus: „Wir stehen immer häufiger vor gesundheitlichen Herausforderungen, die nicht an Landesgrenzen haltmachen. Neue Infektionskrankheiten, die Folgen des Klimawandels oder die Versorgung von Patienten im Krisenfall sind nur einige Beispiele. Die WHO nimmt eine ganz zentrale Rolle ein, wenn es darum geht, im Ernstfall schnell gemeinsame Antworten zu finden. Mein Gespräch mit dem Generaldirektor der WHO hat eindrücklich gezeigt, dass wir Gesundheit global denken müssen – das gilt umso mehr, nachdem sich Teile der Welt aktuell anders entwickeln.“
Gerlach fügte hinzu: „Zusätzlich engagiert sich die WHO stark im Bereich Prävention. Neben der Bekämpfung von Infektionskrankheiten hat sie auch die weltweit hohe Zahl von chronischen Erkrankungen wie Adipositas, Herz-Kreislauf-Krankheiten oder bestimmten Krebserkrankungen im Fokus, etwa mit Initiativen zur Alkohol- und Rauchprävention oder zur Bewegungsförderung. Prävention ist auch international der Schlüssel zu besserer Gesundheit! In Bayern gehen wir diesen Weg ganz konkret mit unserem Masterplan Prävention.“
Gerlach zog insgesamt eine positive Bilanz ihres Informationsbesuchs in der Schweiz. Die Ministerin erläuterte: „Der Besuch hat gezeigt, wie wichtig ein enger internationaler Austausch für die medizinische Versorgung und für die Prävention ist. Die Schweiz verfügt etwa in den Bereichen Frauengesundheit, digitale Innovation und beim Einsatz von KI über renommierte Forschungseinrichtungen. Ich bin überzeugt: Wir können gegenseitig von Best-Practice-Beispielen profitieren und so die gesundheitliche Situation der Menschen vor Ort ganz konkret verbessern.“
Die Ministerin betonte: „Wir wissen, dass die Frauen- und Mädchengesundheit besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Darin hat mich auch der Besuch am Universitätsspital Bern bestätigt, wo Frau Prof. Dr. Petra Stute, Präsidentin der European Menopause and Andropause Society (deutsch: Europäische Gesellschaft für Menopause und Andropause), unter anderem das gesunde Älterwerden von Frauen erforscht. Auch der Besuch des Schweizer Campus für gesunde Langlebigkeit an der Universität Basel war inspirierend: Das Forschungsnetzwerk arbeitet daran, gesundes Altern für alle möglich zu machen – mithilfe einer Langzeitbeobachtung von über 175.000 Menschen. Mein Ziel ist es, diese Erkenntnisse auch für Bayern anzuwenden und ein gesundes Älterwerden zu fördern. Ein Ziel, das auch angesichts der aktuellen Herausforderungen in unserem Pflegesystem ganz zentral ist.“
Ein weiterer Schwerpunkt lag beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Medizin. Die Ministerin besuchte dafür das KI-Zentrum der ETH Zürich (ETH AI Center), einer der weltweit führenden technischen Universitäten. Gerlach erklärte: „Das KI-Zentrum ist internationaler Vorreiter, wenn es um die Entwicklung innovativer KI-Systeme in der medizinischen Versorgung geht. Auch Bayern ist hier gut aufgestellt – und entwickelt sich dynamisch zu einem echten ‚Start-up State‘ für KI-Anwendungen im Gesundheitsbereich. Ich werde mit der ETH Zürich auch weiterhin in Kontakt bleiben, um gegenseitig von neuen Erkenntnissen zu profitieren.“
Bayern hat bereits in der Vergangenheit einen Fokus auf die Themen KI, Frauengesundheit und gesundes Älterwerden gelegt. So war die Frauengesundheit 2024/25 Schwerpunktthema mit einer Vielzahl von bayernweiten Aktionen. Im Rahmen des Fördercalls „Frauengesundheit und KI“ fördert der Freistaat zudem mit insgesamt rund 9 Millionen Euro drei herausragende KI-Projekte, die sich der Früherkennung von Endometriose (Endo-KI), Brustkrebs (DENSE-Bavaria) sowie Eierstockkrebs (GO-TWIN) widmen.
Gerlach fügte hinzu: „Im Bereich KI unterstützen wir seit 2018 auch das Projekt DigiMed Bayern mit bislang rund 27 Millionen Euro. Dabei handelt es sich um ein Leuchtturmprojekt unter der wissenschaftlichen Leitung des Deutschen Herzzentrums München. Ziel des Projekts ist es, mithilfe von KI koronare Herzerkrankungen und Schlaganfälle besser vorhersagen zu können. Bayern ist damit bereits auf einem guten Weg, um unser Gesundheitssystem mithilfe von digitaler Innovation zukunftsfähig aufzustellen.“